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 Haus der Naalvas

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BeitragThema: Haus der Naalvas   Di Apr 17, 2012 7:48 am

cf: Marktplatz

Im Stiegenhaus empfing mich der angenehme Geruch nach Baldrian. Sofort schoss mir das Bild meiner kranken Mutter in den Kopf, und ich beeilte mich, die lange, gusseiserne Wendeltreppe hinter mich zu bringen. Eine Minute später stand ich keuchend in unserem Vorzimmer, meine Mutter saß am Tisch in der Küche und aß Suppe. Mein Vater und meine Schwester Fiona waren nicht da, Dad musste meistens bis spät abends arbeiten und Fiona kümmerte sich in der Schneiderei um kleinere Arbeiten wie Umnähen oder Kleider kürzen. Also war ich mit Mum allein. Ich warf die nach Lavendel riechende, schokoladenbraune Lederjacke über einen dunklen, hölzernen Stuhl und breitete meine Arme aus, um meine Mutter zu begrüßen. Ihr Lächeln sah schwach aus, aber es war aufrichtig. In warmen, kuscheligen Kleidern aus Wolle saß sie auf der Küchenbank, vor ihr ein Teller mit Hühnerbrühe. Ich umarmte sie kurz von oben, dann nahm auch ich mir eine Schüssel und goss mir Suppe ein. Nach dem schnellen Essen besprach ich nur noch einige Dinge mit meiner Mutter. Es schien ihr schon wieder besser zu gehen, immerhin etwas. Und außerdem konnte sie schon wieder halbwegs gut sprechen. Vor zwei Tagen noch hatte sie kaum ein Krächzen von sich geben können. Ein leichtes Glücksgefühl durchströmte mich, als Mum mir eine Halskette in die Hand drückte. Ich betrachtete sie genau. Ein schlichtes, schwarzes, jedoch vierfach geflochtenes Band mit einem silbernen, soliden Herzen daran. Als ich es leicht drückte, öffnete sich ein winziger Verschluss, der mir noch nicht aufgefallen war, und ein Foto kam zum Vorschein. Innen war das Herz von einem Grün, das direkt aus dem Wald hätte kommen können. Sehr lebendig. Rechts war ein Foto von Mum, Dad, Fiona und mir zu sehen, es stammte aus dem letzten Jahr, als wir uns fdas Haus gerade erst gekauft hatten. Auf der linken Seite des Amuletts war ein Spruch eingraviert: Manchmal reicht der Verstand weiter als die Möglichkeiten. Ein Lächeln erhellte mein Gesicht. Unser Familienmotto, stellte ich erfreut fest und ließ mir die Kette um den Hals binden. Sie war straff und baumelte nicht lässig herunter, sondern lag an wie eine Art Halsband, nur lockerer und angenehmer zu tragen. Das geflochtene Band fühlte sich wunderbar warm auf meiner Haut an. Dein Vater hat es heute Morgen für dich gemacht, antwortete meine Mutter leise und drückte mir einen beinahe gehauchten Kuss auf die Stirn. Alles Gute zum Geburtstag. Danke dir, erwiderte ich gerührt. Eigentlich hatte ich gedacht, dass an diesem kalten, grauen Mittwoch jeder meinen 15. Geburtstag vergessen hatte. Ich habe das Band geflochten, Fiona hat es innen verziert und dein Vater hat es so konstruiert, dass es fast unzerstörbar und robust ist. Außerdem lässt es sich nur von dir öffnen. Irgendwas mit Fingerabdrücken. Ich musste lachen. Meine Familie hatte sich solche Mühe gegeben, und ich war ihnen unheimlich dankbar dafür. Mum schien das auch zu bemerken. Als ich mich wieder für den Marktplatz fertigmachte, rief sie mir heiser hinterher: Möge das Glück stets mit dir sein! Ein leichter Schauder durchfuhr mich. Die ersten Hungerspiele hatten dieses Jahr begonnen, und schon jetzt taten mir diese sogenannten "Tribute" einfach nur leid. Hilfe. Ich wollte niemals bei solch einem Gemetzel mitmachen. Naja, die Spiele hatten noch nicht richtig begonnen, aber ich konnte mir vorstellen, was da alles passieren würde. Schnell verabschiedete ich mich von Mum und trabte die Wendeltreppe wieder hinab.

gt: Wald
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Ysaia Bennett

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BeitragThema: Re: Haus der Naalvas   Fr Mai 18, 2012 11:09 am

cf: Marktplatz

"Wie schön Dich zu sehen!", sagte Lena und öffnete die Türe weiter, um mich hereinzubeten.
"Ich möchte nicht stören, nur schauen ob Tale da ist?"
"Die hast du gerade verpasst", bekam ich als Antwort zu hören.
Ich musterte das Gesicht von Tales Mutter. Sie sah heute schon viel besser aus, war längst nicht mehr so bleich und eingefallen wie die Tage zuvor.
"Geht es dir besser? Du siehst schon wieder viel gesünder aus!"
Sie nickte mir als Antwort zu: "Tale ist wieder losgezogen, wohin weiß ich nicht."
"Ich werde sie schon finden", zwinkerte ich Lena zu.
In Gedanken ging ich schon eine Liste von Orten durch, wo ich meine Freundin wohl am ehesten finden würde.
Vermutlich im Wald, sogar bei diesem Wetter kann man sie dort finden, dachte ich bei einem Blick hinaus in den Regen, der nicht weniger werden wollte.
Ich verabschiedete mich und machte mich hinaus in das unangenehme Nass.

gt: Wald

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Ysaia Bennett

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BeitragThema: Re: Haus der Naalvas   Mo Aug 06, 2012 6:13 am

Auf Grund zu langer Abwesenheit der Erstellerin geschlossen.

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